Dieser Artikel wurde vor 3 Jahren 9 Monaten 19 Tagen veröffentlicht. Die Informationen in diesem Artikel sind möglicherweise veraltet. Bitte benutze die Suche oder das Archiv, um nach neueren Informationen zu diesem Thema zu suchen.Vor ein paar Wochen habe ich mir das Brother MFC-235C Multifunktions-Center gegönnt. Das ist ein preiswertes Gerät, das ein Arbeitskollege mir empfohlen hat. Es beherbergt Drucker, Scanner, Kopierer und Fax in einem Gerät, Kopie und Fax auch ohne PC. Und wie versprochen, berichte ich hier, wie ich das Schmuckstück zum Laufen bekam.
Ich habe mich erst mal im Netz schlau gemacht, was den Betrieb unter Linux angeht. Demnach sollte wohl der Scanner nicht mit dem Pinguin zusammen arbeiten, der Drucker würde nicht in allen Funktionen unterstützt.
Ich habe mir gedacht, für knapp 90 Euronen versuch es mal. Wenns nicht klappt, geht das Teil bei eBay rein. Dann habe ich in diversen Foren nach Tipps und Tricks gesucht, und bin dann auf die amerikanische Brother-Seite gestoßen. Da gibt es… Linux-Treiber für das MFC
Ich habe da insgesamt 7 Dateien geladen, allesamt als Debian-Pakete (.deb-Dateien). Zwei davon hätte ich nicht gebraucht, wie sich nachher gezeigt hat. Nach der Anleitung auf der Brother-Seite habe ich die installiert, und schon standen mit in CUPS zwei neue Drucker zur Verfügung. Zum einen gab es den “MFC-235C”, der jetzt mein Standard-Drucker ist, zum anderen einen “BRFAX”, der mir die Fax-Funktion an den Rechner bringen soll. Das jedoch hat bisher noch nicht geklappt, brauche ich aber auch nicht.
Ich muss dabei noch erwähnen, das ich das MFC an den USB-Port meiner FRITZ!Box 7170 angeschlossen habe, wie den alten Drucker zuvor auch schon. Der Drucker wird dann über die Adresse socket://fritz.box:9100 angesprochen.
Aus dem Anschluss an die Box ergibt sich das Problem mit dem Scanner… Ich konnte machen, was ich wollte, ich bekam keine Verbindung zum Scanner, obwohl ich einen Netzwerk-Treiber dafür hatte.
Also habe ich, da ich sonst nicht fündig wurde, eine Support-Anfrage an AVM gestellt. Ich denke mal, der Hersteller der FRITZ!Box weiß, wie ich einen Scanner an dem Ding betreiben kann. So war es dann auch, allerdings konnte ich damit nicht zufrieden sein.
Ich habe schon bei der Anfrage ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich Linux-Anwender bin. Vor diesem Hintergrund ist die Antwort von AVM eine Frechheit: Ich solle die Funktion “USB-Fernanschluss” verwenden, die es seit der aktuellen Firmware der FRITZ!Box gibt. Diese Funktion erlaubt es, den USB-Port der Box wie einen lokalen Anschluss anzusprechen, so könnte ich dann auch den Scanner an diesem Anschluss verwenden. Der Haken dabei: Auf dem PC muss dafür eine Software installiert werden, und die gibt es nur für die WinDOSe. :twisted:
Mit dem Programm “USB-Fernanschluss” können Sie die Scannerfunktion eines USB-Multifunktionsgerätes am Anschluss für USB-Geräte der FRITZ!Box nutzen. Der “USB-Fernanschluss” steht derzeit für Windows Vista und Windows XP zur Verfügung. Gehen Sie bitte wie im angehängten Dokument “USB-Gerät an der FRITZ!Box über den USB-Fernanschluss mit einem Computer verbinden” beschrieben vor.
Na ja, mir blieb keine andere Wahl, als das MFC an einen lokalen USB-Port anzuschließen, den Drucker im Netzwerk zu publizieren (heißt auf der WinDOSe “freigeben”) und dann denn Scanner einzurichten. Ich habe jedoch noch mal an AVM zurückgeschrieben und meinen Unmut über den Zustand kund getan. Allderdings muss man zugestehen, dass AVM ansonsten eine recht gute Linux-Unterstützung bietet.
Na ja, ich bekam den Scanner dann am lokalen Anschluss auch zum Laufen, allerdings nur als root. Als normaler User hatte ich keinen Zugriff auf den Scanner. Da half mir dann die Suche in diversen Foren weiter. Ich musste eine udev-Regel erstellen. Mit folgender Regel in den Datein /etc/udev/rules.d/z60_libsane.rules und z60_lib_libsane-extras.rules (kann auf anderen Sytemen variieren!) gebe ich normalen Usern auf genau dieses eine Gerät Zugriff, wenn die User in der Gruppe “scanner” sind:
# Brother MFC-235C SYSFS{idVendor}=="04f9", SYSFS{idProduct}=="01d5", MODE="0664", GROUP="scanner", ENV{libsane_matched}="yes"
Das einzige, was ich wirklich nicht hinbekommen habe, ist der Netzwerk-Zugriff auf den Scanner.



#1 von Bill am 10. Mai 2008 - 21:13
Nimm doch einfach Windows, da läuft sämtliche Hardware ohne Probleme.
#2 von Markus am 10. Mai 2008 - 21:43
@Bill: Was bitte soll ich mit so einer WinDOSe? Ich arbeite nicht mit Linux, weil ich es muss, sondern weil ich es will.
So ein Kindersystem, wo alles sofort und ohne Probleme läuft, ist doch keine Herausforderung. Warum wohl heißt es “Plug and Play“? Plug and Work macht da mehr Sinn.
Egal, letztlich ist meine Hardware auch tierfreundlich und arbeitet mit dem Pinguin zusammen. Und Onkel Bill’s Jünger können sich derartige Comments hier sparen.
#3 von Steffen am 23. Mai 2008 - 21:42
Hallo Markus. Ich bin auch auf der Suche nach einem Treiber für das MFC-335c
hast du schon irgendwas gefunden? Vielleicht kannst du mir weiter helfen.
Ich arbeite mit Suse 10.3.
Gruß Steffen
#4 von Markus am 24. Mai 2008 - 06:35
Moin Steffen, meinst Du wirklich 335C? Oder ist das ein Fipptehler
Anyway, wie ich oben schon geschrieben habe, bietet Brother Linux-Treiber für das MFC an: http://solutions.brother.com/l.....index.html
Ich habe da Debian-Pakete geladen, aber RPMs für Deine Susi gibt’s da auch.