Multifunktions-Center Brother MFC-235C

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Vor ein paar Wochen habe ich mir das Brother MFC-235C Multifunktions-Center gegönnt. Das ist ein preiswertes Gerät, das ein Arbeitskollege mir empfohlen hat. Es beherbergt Drucker, Scanner, Kopierer und Fax in einem Gerät, Kopie und Fax auch ohne PC. Und wie versprochen, berichte ich hier, wie ich das Schmuckstück zum Laufen bekam.

mcf-235c

Brother MFC-235C
Bild: Brother, © by Brother International GmbH

Ich habe mich erst mal im Netz schlau gemacht, was den Betrieb unter Linux angeht. Demnach sollte wohl der Scanner nicht mit dem Pinguin zusammen arbeiten, der Drucker würde nicht in allen Funktionen unterstützt. O.o

Ich habe mir gedacht, für knapp 90 Euronen versuch es mal. Wenns nicht klappt, geht das Teil bei eBay rein. Dann habe ich in diversen Foren nach Tipps und Tricks gesucht, und bin dann auf die amerikanische Brother-Seite gestoßen. Da gibt es… Linux-Treiber für das MFC

Ich habe da insgesamt 7 Dateien geladen, allesamt als Debian-Pakete (.deb-Dateien). Zwei davon hätte ich nicht gebraucht, wie sich nachher gezeigt hat. Nach der Anleitung auf der Brother-Seite habe ich die installiert, und schon standen mit in CUPS zwei neue Drucker zur Verfügung. Zum einen gab es den “MFC-235C”, der jetzt mein Standard-Drucker ist, zum anderen einen “BRFAX”, der mir die Fax-Funktion an den Rechner bringen soll. Das jedoch hat bisher noch nicht geklappt, brauche ich aber auch nicht.

Ich muss dabei noch erwähnen, das ich das MFC an den USB-Port meiner FRITZ!Box 7170 angeschlossen habe, wie den alten Drucker zuvor auch schon. Der Drucker wird dann über die Adresse socket://fritz.box:9100 angesprochen.

Aus dem Anschluss an die Box ergibt sich das Problem mit dem Scanner… Ich konnte machen, was ich wollte, ich bekam keine Verbindung zum Scanner, obwohl ich einen Netzwerk-Treiber dafür hatte.

Also habe ich, da ich sonst nicht fündig wurde, eine Support-Anfrage an AVM gestellt. Ich denke mal, der Hersteller der FRITZ!Box weiß, wie ich einen Scanner an dem Ding betreiben kann. So war es dann auch, allerdings konnte ich damit nicht zufrieden sein.

Ich habe schon bei der Anfrage ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich Linux-Anwender bin. Vor diesem Hintergrund ist die Antwort von AVM eine Frechheit: Ich solle die Funktion “USB-Fernanschluss” verwenden, die es seit der aktuellen Firmware der FRITZ!Box gibt. Diese Funktion erlaubt es, den USB-Port der Box wie einen lokalen Anschluss anzusprechen, so könnte ich dann auch den Scanner an diesem Anschluss verwenden. Der Haken dabei: Auf dem PC muss dafür eine Software installiert werden, und die gibt es nur für die WinDOSe.

Mit dem Programm “USB-Fernanschluss” können Sie die Scannerfunktion eines USB-Multifunktionsgerätes am Anschluss für USB-Geräte der FRITZ!Box nutzen. Der “USB-Fernanschluss” steht derzeit für Windows Vista und Windows XP zur Verfügung. Gehen Sie bitte wie im angehängten Dokument “USB-Gerät an der FRITZ!Box über den USB-Fernanschluss mit einem Computer verbinden” beschrieben vor.

Na ja, mir blieb keine andere Wahl, als das MFC an einen lokalen USB-Port anzuschließen, den Drucker im Netzwerk zu publizieren (heißt auf der WinDOSe “freigeben”) und dann denn Scanner einzurichten. Ich habe jedoch noch mal an AVM zurückgeschrieben und meinen Unmut über den Zustand kund getan. Allderdings muss man zugestehen, dass AVM ansonsten eine recht gute Linux-Unterstützung bietet.

Na ja, ich bekam den Scanner dann am lokalen Anschluss auch zum Laufen, allerdings nur als root. Als normaler User hatte ich keinen Zugriff auf den Scanner. Da half mir dann die Suche in diversen Foren weiter. Ich musste eine udev-Regel erstellen. Mit folgender Regel in den Datein /etc/udev/rules.d/z60_libsane.rules und z60_lib_libsane-extras.rules (kann auf anderen Sytemen variieren!) gebe ich normalen Usern auf genau dieses eine Gerät Zugriff, wenn die User in der Gruppe “scanner” sind:

# Brother MFC-235C
SYSFS{idVendor}=="04f9", SYSFS{idProduct}=="01d5", MODE="0664", GROUP="scanner", ENV{libsane_matched}="yes"

Das einzige, was ich wirklich nicht hinbekommen habe, ist der Netzwerk-Zugriff auf den Scanner.

10 Antworten auf „Multifunktions-Center Brother MFC-235C“

    1. @Bill: Was bitte soll ich mit so einer WinDOSe? Ich arbeite nicht mit Linux, weil ich es muss, sondern weil ich es will.

      So ein Kindersystem, wo alles sofort und ohne Probleme läuft, ist doch keine Herausforderung. Warum wohl heißt es “Plug and Play“? Plug and Work macht da mehr Sinn.

      Egal, letztlich ist meine Hardware auch tierfreundlich und arbeitet mit dem Pinguin zusammen. Und Onkel Bill’s Jünger können sich derartige Comments hier sparen.

  1. Hallo Markus. Ich bin auch auf der Suche nach einem Treiber für das MFC-335c
    hast du schon irgendwas gefunden? Vielleicht kannst du mir weiter helfen.
    Ich arbeite mit Suse 10.3.
    Gruß Steffen

  2. Hallo Markus,
    bei Nachforschungen zum Thema Drucker bin ich auf deinen Blog gestoßen und du scheinst ja wirklich Ahnung zu haben von dem Thema.
    Ich will mir einen neuen Drucker kaufen und habe gehört, das HP Linux-Treiber mit anbietet. Ich arbeite neu mit Linux (openSuSe) und wollte mal wissen, ob du Erfahrungen damit hast.
    Ich habe mir die folgenden hp drucker angesehen und mich lacht der HP Deskjet 1050A an.
    Leider weiss ich nicht, wo ich nach Linux-Treibern gucken soll. Habe leider keine Infos auf dieser Seite gefunden. Weisst du da was genaueres?
    Vielen Dank und Grüße, Holger

    1. Hallo Holger, willkommen im Blog

      Schau mal in den Paketmanager, Yast heißt der glaub ich bei Suse, und suche da mal nach „hp” oder „hplib”, denn eigentlich liefert die Community freie Treiber für HP-Drucker.

      Wenn Du die Möglichkeit hast, leihe Dir mal von einem Freund einen vergleichbaren Drucker aus, und schließe den einfach mal an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass HP-Drucker meist problemlos erkannt und eingerichtet werden.

  3. Leider hat sich nach über 6 Jahren diesbezüglich nichts getan. Multifunktions Geräte welche über die witz.box publiziert werden, sind unter Linux nur bedingt nutzbar. In meinem Fall lässt sich auch nur der Drucke des HP PSC1417 ansprechen. Jetzt noch den Scanner zu nutzen wäre zuviel des guten und bleibt nach 6 Jahren immer noch ein Wunschtraum in der Linux Gemeinde !

    Der win User würde wohl sagen…. Arbeitest du schon oder frickelst du noch immer…

    1. Hallo Eddy,

      ich bin inzwischen auch auf ein HP-Gerät umgestiegen. Ich nutze einen Officejet 4620, der über WLAN im Netzwerk hängt. Die Einbindung in die Linux-Maschinen, aktuelles Kubuntu, funktioniert ohne Probleme. Drucken und Scannen funktioniert so, wie es soll.

      Einzig die Funktion „Scannen an PC”, bei der ein Dokument direkt vom Officejet aus an einen verbundenen PC gesendet wird, arbeitet nicht. Dafür muss auf dem Rechner der originale HP-Treiber installiert sein, den es nur für die WinDOSe und ich glaube für Mac gibt.

      Meine Erfahrung mit HP-Geräten bestätigt auch, dass diese unter Linux für gewöhnlich out of the box funktionieren. Und ich habe einige HP-Drucker an meine Rechner angeschlossen…

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