Neues Verzeichnis im root

Seit Jahren dient das Verzeichnis /var/run dazu, Laufzeit-Dateien diverser Programme zu beherbergen. Das Problem stellt sich, wenn /var beim Booten nicht sofort zur Verfügung steht, weil es auf einer eigenen Partition gemountet wird.

TuxSeit Jahren dient das Verzeichnis /var/run dazu, Laufzeit-Dateien diverser Programme zu beherbergen. Das Problem stellt sich, wenn /var beim Booten nicht sofort zur Verfügung steht, weil es auf einer eigenen Partition gemountet wird.

Bisher wurde dem immer mit den verschiedensten Workarounds begegnet, so dass man beim Support von Distribution zu Distribution umdenken musste. Fedora geht jetzt einen neuen Weg, in dem es im root, also im Stammverzeichnis, das Verzeichnis /run anlegt, und die Laufzeitdaten dorthin verfrachtet. /var/run bleibt aus Kompatibilitätsgründen zunächst als Bind Mount, ab Fedora 16 als Symlink im System.

Die Änderung soll mit der im Mai erscheinenden Version 15 von Fedora eingeführt werden, und die anderen großen Distributoren openSuse, Ubuntu und Debian haben bereits angekündigt, diese Änderung auch in ihre Pakete zu übernehmen. Damit wäre wieder eine Einheitlichkeit bei der Verzeichnisstruktur eines Linux-Systems hergestellt, was natürlich sehr zu begrüßen ist.

/run soll als RAM-Disk implementiert werden, damit die mit /var bekannten Probleme gar nicht erst auftreten. Das ebenfalls problematische /var/lock soll nach /run/lock verschoben werden.

[via Pro-Linux]

Verstößt Android gegen die GPL? [Update]

Heute habe ich auf Golem.de gelesen, dass Googles Handy-Betriebssystem scheinbar Probleme mit den Bestimmungen der GPL hat.

Android LogoHeute habe ich auf Golem.de gelesen, dass Googles Handy-Betriebssystem scheinbar Probleme mit den Bestimmungen der GPL hat.

Florian Müller, unter anderem durch seine Kampagne gegen Softwarepatente bekannt, behauptet, dass Google 2,5MB Linux-Quellcode aus 700 Header-Dateien kopiert, und dabei den Hinweis auf die Lizenz entfernt haben soll. Google soll sogar explizit angegeben haben, der Code sei lizenzfrei.

Eine Anpassung der Lizenz seitens Google ist wohl nicht ganz so einfach, da externe Entwickler auch Code unter Apache-Lizenz verwendet haben. Und die beiden Lizenzen sind inkompatibel.

Warten wir mal ab, was letztlich daraus wird. Wahrscheinlich wird Android nochmal komplett überarbeitet, um lizenztechnisch inkompatible Teile zu entfernen und durch GPL-lizensierte Dateien zu ersetzen. Aber wann das sein wird, ist die große Frage…

Update 22.03.2011: Linux-Vater Linus Torvalds persönlich sagt, dass Android nicht gegen die GPL verstößt. So zu lesen u.A. bei heise online. Die Vorwürfe könnten politisch motiviert sein, spekuliert Torvalds.

Gingerbread und der Akku

Also nachdem ich die Tage hier das Oxygen-ROM auf mein Desire gespielt habe, hatte nicht nur Probleme mit dem Akku, mir fehlten auch einige Apps, die mir mit der originalen HTC-Software mitgeliefert wurden.

Android LogoAlso nachdem ich die Tage hier das Oxygen-ROM auf mein Desire gespielt habe, hatte nicht nur Probleme mit dem Akku, mir fehlten auch einige Apps, die mir mit der originalen HTC-Software mitgeliefert wurden.

System-Info Desire GingerVillain 1.5
System-Info Desire GingerVillain 1.5
Die meisten der Apps lassen sich über den Market nachinstallieren, oder es finden sich dort vergleichbare Apps als Ersatz. Aber das gute alte UKW-Radio z.B. gibt es nicht, nur als Internet-Version, um die Sender als Stream zu empfangen.Wenn ich aber mitten in der Botanik stehe, ohne Netzwerk-Verbindung, dann möchte ich z.B. Samstags nachmittags über Antenne die Bundesligaübertragung hören.

Anyway, ich habe nur wenig Später das GingerVillain-ROM in Version 1.4 geflasht, und gestern auf 1.5 aktualisiert. Da habe ich deutlich mehr Optionen als mit Oxygen, und auch ein UKW-Radio ist dabei :clap:

Die Akkuleistung befindet sich in dem gleichen Rahmen, wie ich ihn vom Original-ROM von HTC gewohnt war.

Die Oberfläche „Sense”, die von HTC bereit gestellt wird, ist natürlich nicht dabei. Das machts aber etwas flotter, und die Bedienung ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ebenso leicht.

Alles in allem kann ich das GingerVillain-ROM für das Desire rundherum und uneingeschränkt empfehlen. Wer also keine Scheu davor hat, sein Handy mit einer neuen Software auszustatten, und sich der Risiken dabei bewusst ist, sollte das ROM mal testen. Die Versions-Informationen findet Ihr rechts im Screenshot.

Android 2.3 „Gingerbread“ auf dem HTC Desire

Nach langem Hin und Her konnte ich endlich ein neues ROM auf das Desire bringen. Jetzt werkelt hier die aktuellste für Smartphones erhältliche Version des Android-Betriebssystems: Version 2.3.3, Codename Gingerbread.

Android LogoNach langem Hin und Her konnte ich endlich ein neues ROM auf das Desire bringen. Jetzt werkelt hier die aktuellste für Smartphones erhältliche Version des Android-Betriebssystems: Version 2.3.3, Codename „Gingerbread”.

Eine kleine Tatsache, der ich jedoch zuvor keine Beachtung schenkte, waren die Fehlermeldungen, die das Recovery schon beim Start ausgab. Ich hatte also ein defektes Recovery auf dem Desire, und konnte daher nichts machen. Das Erstellen von Backups mit Nandroid schlug ebenso fehl, wie das Flashen des ROM oder das Partitionieren der Speicherkarte für A2SD+.

Die Lösung des Problems, bzw. deren Übersetzung fand ich bei Brain in der Brutzelstube: AlphaRev.

Hierbei handelt es sich um ein ISO-File, mit dem man eine bootfähige CD erstellt. Das Smartphon an den USB-Port anschließen, den PC von der CD booten, und der Rest geht fast von alleine. Es startet eine Linux-Konsole, und darin ein Programm zum Flashen eines neuen Recoverys. Sowohl das defekte, als auch das neue Recovery sind ClockworkMod Recoverys, und beim Installieren des neuen wurde so nebenbei auch noch die Systemsicherheit ausgeschaltet, das so genannte S-Off. Das brauchts nur bei HTC, alle anderen Hersteller verwenden den Sicherungsmechanismus nicht. Durch S-Off bin ich in der Lage, auch auf die Systembereiche des Speichers lesend und schreibend zuzugreifen. S-Off ist der Hauptzweck des AlphaRev-Images, das Aufspielen eines neuen Recoverys eine Zusatzoption. Aber auf die kam es mir an.

Nachdem ich nun wieder über ein funktionierendes Recovery auf dem Androiden verfüge, konnte ich dann auch endlich ein Nandroid-Backup machen, die Speicherkarte Partitionieren, und das ROM mit einer neuen Betriebssystem-Version flashen. Ich entschied mir hier zunächst für „Oxygen v2.0.1”, aber da fehlten mir dann doch einige Apps, die HTC mitliefert. Daher habe ich später nochmal das „Ginger Villain 1.4” geflasht. Das liefert noch so nette Apps wie ein UKW-Radio mit, was ich oft und gerne nutze.

Beiden ROMs gemein ist, dass die von HTC gewohnte Oberfläche Sense fehlt. Dadurch sind beide aber auch deutlich schlanker, und schneller obendrein. Man muss sich nur an eine etwas andere Bedienung gewöhnen, und einige Bereiche wie z.B. das Adressbuch sehen komplett anders aus.

Wichtig war mir vor Allem die Unterstützung von A2SD+. Mit dem Original-ROM (Android 2.2 Froyo) konnte ich bereits einige Apps auf die SD-Karte schieben. Durch Root-Zugriff und einer zusätzlichen App konnte ich auch Apps aud die SD-Karte schieben, die das eigentlich noch nicht unterstützen. Ausgenommen sind da lediglich System-Anwendungen, und Widgets.

Für A2SD+ muss die Speicherkarte extra partitioniert werden, es wird eine ext-Partition erstellt. Auf dieser Partition landen schließlich die Apps, und der im Desire knapp bemessene interne Speicher wird entlastet. Und es werden alle Apps auf diese Partition geschoben, sogar automatisch. Nur einige Anwendungen, die sich automatisch auf die SD-Karte installieren, muss man dann aufs Telefon zurück schieben. Denn der zusätzliche A2SD+ Speicher wird wie interner Speicher behandelt und angesprochen.

Als Nachteil hat sich allerdings das Energie-Management herausgestellt. Mit dem Oxygen-ROM hatte ich heute auf Frühschicht bereits nach 3 Stunden den Akku halb leer, und Ginger Villain scheint da auch nicht wirklich sparsamer zu sein. Letzteres habe ich aber erst heute Mittag nach Feierabend installiert, also mal abwarten…