Warum Festplattenverschlüsselung?

Regelmäßig verschwinden mehrere tausend Notebooks pro Jahr. Der wirtschaftliche Schaden allein durch die Hardware geht dabei in den Millionenbereich. Doch viel problematischer ist der – ökonomisch schwer zu beziffernde – Schaden durch Datenverlust. Schützen kann man sich dabei nur durch zwei Maßnahmen: Backups und Festplattenverschlüsselung.

Die meisten von uns kennen die Situation: Man sitzt am Flughafen oder am Bahnsteig und wartet auf sein Transportmittel. Um sich die Zeit zu vertreiben bootet man kurz das Notebook und ackert seine E-Mails durch. Wer jetzt aufsteht um sich „mal eben“ einen Kaffee zu holen riskiert einen Diebstahl und bei Firmeneigentum am Notebook auch gleich noch eine Abmahnung. Eine Binsenweisheit? Ja. Nur leider beachten viel zu wenige die tatsächlichen Sicherheitsregeln die in den meisten Firmen mittlerweile vorgeschrieben sind.

1. Laptop niemals unbeaufsichtigt lassen.
2. Falls das Gerät doch einmal allein bleiben muss, muss es mit einem Kensington-Schloss gesichert werden.
3. Für den Fall, dass das Gerät doch abhanden kommt muss die Festplatte verschlüsselt sein.

Bis hierhin klingt noch alles logisch und nachvollziehbar, gelten doch im Business-Bereich ganz andere Regeln als man sie für sich selbst privat anlegt.

Ein dazu immer wieder gehörtes Argument ist „Ach, das was da drauf ist interessiert doch keinen“. Meistens kommt dieses so genannte „Argument“ von den gleichen Leuten, die auf eben dieser Maschine ihre Kontoauszüge als .pdf speichern, ihre Kreditkartendaten in einem Excel-File aufbewahren und am besten noch ein paar – freundlich ausgedrückt – nicht als jugendfrei klassifizierbare Fotos von sich selbst und der Freundin auf der Platte haben.

Diese Menschen sind dann immer sehr überrascht, was man so alles über sie herausfinden kann, einzig und allein indem man ihren Rechner durchforstet.

Deshalb nochmals zum mitmeißeln: In dem Augenblick wo euer Computer seinen Stammplatz verlässt und mitgenommen wird ist eine Verschlüsselung der Festplatte keine Kür mehr sondern Pflicht. Jeder von uns hat etwas auf dem Rechner, von dem er nicht möchte, dass andere es sehen können. Verstanden? Gut. Auch wenn der Rechner stehen bleibt, ist es übrigens immer noch sinnvoll, die Platten zu verschlüsseln. Wer möchte schon riskieren, dass Einbrecher außer der Hardware auch noch Daten finden, die sie zu Geld machen können?

Und für den Fall, dass das Notebook gestohlen werden sollte hat sicherlich jeder von euch ein (hoffentlich ebenso verschlüsseltes) Backup, richtig?