Der aktuelle Stand

Dann will ich Euch erst mal auf den aktuellen Stand der Dinge bringen:

Seit Weihnachten etwa setze ich auf meinem PC Sidux ein, welches auf Debian Sid basiert. Sid ist der Entwicklerzweig von Debian, und ich bekomme immer die aktuellen Programmversionen.

Inzwischen habe ich Sidux auch auf dem Notebook installiert, und auf den PC meiner Frau und meiner Tochter. Beide kommen auch sehr gut damit klar.

Die Installation von Sidux auf dem Notebook war ein echter Kampf. Diese Antiquität hat sich mal wieder geziert bis zum Gehtnichtmehr. Ich musste erst Debian Etch installieren, und dann über eine angepasste sources.list auf Sidux upgraden. Aber irgendwas fehlt da noch, da sich das System noch nicht als Sidux identifiziert. Wenn ich das Update-Script “smxi” laufen lasse, meckert das immer über eine zu alte Debian-Version…

Iceweasel und Icedove kommen als Browser bzw. Mailer zum Einsatz, nur auf meinem PC bin ich letzte Tage von Icedove nach KMail umgestiegen. Ich bekam in Icedove alle halbe Stunde eine Fehlermeldung über ein nicht reagierendes Script. Das kann eigentlich nur irgend eine Erweiterung verursacht haben, ich habe aber nichts neues installiert.

Meine Wabcam läuft, und zwar die teure QC 5000 Pro. Mit dem UVC-Treiber lief die zwar auch schon unter SuSE, ließ sich da aber nicht zur Zusammenarbeit mit Kopete überreden. Das klappt aber jetzt, und inzwischen unterstützt Skype für Linux ja auch Video

Meine neueste Errungenschaft in Sachen Hardware ist ein Kombigerät, Drucker, Scanner, Kopierer, Fax. Es ist das MFC-235C von Brother, das hier klaglos seinen Dienst verrichtet. Brother bietet Linux-Treiber zum Download an, und die funktionieren hervorragend. Ich musste zwar noch udev-Regeln erstellen, um als gemeiner User auf den Scanner zugreifen zu können, aber nach einigem Suchen im Netz habe ich auch das hinbekommen. Poste ich vielleicht noch mal in einem extra Artikel was zu.

Wenn ich mich noch über was ärgere, dann nach wie vor die Hauppauge Fernbedienung. Ich konnte zwar inzwischen einige Funktionen über die Shortcuts von Kaffeine erreichen, jedoch nicht mit den dafür eigentlich vorgesehenen Tasten. Kaffeine scheint nicht alle Tasten der Fernbedienung zu erkennen, obwohl “irw” auf der Konsole auf alle Tasten reagiert und die Codes anzeigt.

So weit bin ich also nun mit meinen Systemen hier zufrieden, einzig der Update-Aufwand bei Sidux ist enorm. 150 bis 200 MB am Tag sind keine Seltenheit. Auf meinem PC jetzt, auf den anderen fällt nicht so viel an, da nicht so viel installiert ist.

Umstieg auf Debian Etch

So Leute,

alles, was ich hier bisher geschrieben habe, bezog sich auf openSUSE 10.2. Da mit aber der Novell-Deal mit Winzigweich vom letzten November noch immer gegen den Strich geht, steige ich gerade von Suse auf Debian Etch um. Ich möchte keinen Windoof-PC mehr haben, auch sonst nix mehr mit Winzigweich zu tun haben. Und erst recht will ich kein Linux, welches durch Winzigweich-Lizenzen korrumpiert wird!

Bei Debian ist wirklich vom ersten bis zum letzen Bit alles OpenSource. Und das wird auch so bleiben. Dazu ist Debian deutlich stabiler im Betrieb, als die Susi es je sein wird. Das liegt an den langen Versions-Zyklen von ca. 18 Monaten. Die nächste Version wird lange getestet, bevor sie als “stable” zu den Usern kommt. Als Nachteil könnte man dabei sehen, dass die eingesetzte Software veraltet ist. Denn außer Security-Patches gibt es keine Updates. Wer also immer die aktuellste KDE- oder Gnome-Version braucht, für den ist Debian definitiv nichts.

Ich habe bei Debian ganz andere Probleme: Zum Ersten muss ich bei der Konfiguration viel mehr auf die Kommandozeile ausweichen oder direkt in die Konfigurations-Dateien schreiben. Suse hat einen da zu sehr mit grafischen Dialogen verwöhnt, die man nun in Etch vermisst.
Zum Zweiten habe ich das Problem, mein Home-Verzeichnis bei der Susi verschlüsselt zu haben. Es liegt auf einer eigenen, verschlüsselten und nach /home/markus gemounteten Partition. Nur arbeitet Suse hier mit dem “Cryptoloop”-Verfahren, während Debian wie viele andere Distributionen auch auf “Cryptsetup” setzt. Beide Verfahren sind nicht kompatibel, und ich bekomme mein Home-Verzeichnis in Etch nicht eingebunden, habe also von Debian aus keinen Zugriff auf meine Daten.

Nun denn, ich denke mal, dass ich die letzte NTFS-Partition jetzt formatieren kann. Die soll dann am besten mit LUKS verschlüsselt werden, das können beide Distris. Dann kann ich von der Susi aus meine Daten alle dahin kopieren oder verschieben, und das Cryptoloop-Device einfach mit ext3 formatieren. Da werde ich Etch dann wohl noch mal neu installieren, denn momentan habe ich eine etwa 7,5 GB kleine Partition für das ganze Debian-System. Nur /home liegt auf einer eigenen Partition, und /home/markus geht im Moment wie gesagt nicht.